Der Monatsbeginn: das Ende?

Das Monatsende naht. Je mehr Tage der Monat zählt, desto sehnlicher erwarte ich sein Ende. Denn sein Ende ist zugleich der Beginn des neuen Monats. Der neue Monat bringt mir finanzielle Hoffnung zurück. Monat für Monat sehne ich mich danach. Das monatliche Salär wird meinem Konto gutgeschrieben. Umgerechnet € 8400* sind es jeden Monat. Die Rettung ist da! Den finanziellen Ruin konnte ich mal wieder abwenden. Den jüngsten Tagen in absoluter Bescheidenheit sei Dank. Drei Tage später macht sich Ernüchterung breit. Monat für Monat falle ich darauf hinein! Lernresistenz? Oder möchte ich es abermals nicht wahrhaben? € 5400 leichter wird mein Konto jeden ersten Tag des Monats, auf einen Schlag. Nun ja, es bleiben ja € 3000 übrig, das ist nicht ohne: Eintausend für die Miete und eintausend für andere Fixkosten wie Krankenversicherung, Steuern, Internet, Mobilevertrag, unkündbare Lebensversicherung, Fahrkosten des öffentlichen Verkehrs (ein Pkw besitze ich nicht!) usw. Der letzte knappe  Tausender bleibt übrig für den Alltag: für Lebensmittel, für Geschenke, für Ferien, für Arzt- und auch Therapiekosten. Was bleibt Ende des Monats übrig? Nichts! Trotzdem freue ich mich jedes mal auf das Ende des Monats, auf den Zahltag. Manchmal, leider zunehmend häufiger, reicht es nicht, um alle Rechnungen zu begleichen. „Kacke, die Zahnarztrechnung habe ich nicht kalkuliert.“ Und wenn schon, sie hätte so oder so keinen Platz in meinem Budget gefunden. Aber bezahlt muss sie dennoch werden. Was nun? Wie weiter? Schulden machen… Es reisst mir jedes mal beinahe die Seele aus dem Leib, wenn ich daran denke, meine Schulden zu erhöhen, um laufende Ausgaben decken zu können! Wann findet dies ein Ende? Wann bedeutet das Monatsende wirklich ein Ende? Ich sehne mich nach dem Monatsbeginn, der ein Neubeginn ist! Dieser lässt aller Voraussicht nach noch länger auf sich warten…


* € ist nicht meine Landeswährung. Die Leserschaft kann sich allerdings unter € mehr vorstellen als unter meiner Landeswährung. Die Lebenshaltungskosten sind in dem Land, in dem ich Lebe, etwa 30-50% höher als in Deutschland. An der Kaufkraft gemessen entspräche  mein Monatssalär in Deutschland etwa € 4200-5900.

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